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Lernen findet immer statt ...

Lernen findet immer statt

… nicht nur Mittwoch nachmittags oder Samstag vormittags auf dem Hundeplatz. Lernen findet 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, und 356 Tag im Jahr statt. Das ganze Hundeleben lang, auch wenn der Hund alt geworden ist.

Das müssen wir uns immer wieder bewusst machen ! Vieles bringen wir unserem Hund nämlich ganz unbeabsichtigt bei, und wundern uns später über sein Verhalten. Aber er tut nur das, was er gelernt hat.

Manche Hunde machen z. B. ein Riesengetöse, wenn wir zu unserem normalen Gassispaziergang aufbrechen. Es wird gebellt, an der Haustür oder uns Hundehaltern hochgesprungen, sobald wir die Leine in die Hand nehmen.

Was ist passiert ?

Dadurch, das die Haustür aufgemacht wird, wird unser Hund für sein Verhalten positiv verstärkt. Also belohnen wir in diesem Fall sein „schlechtes“ Benehmen.
Die Wahrscheinlichkeit, das unser Oskar sich beim nächsten Gassigehen wieder so verhält, wurde erhöht.
So lernt unser Hund Oskar ganz schnell und völlig unbeabsichtigt von uns ein unerwünschtes Verhalten. Es ist nicht die Schuld von Oskar, das er sich so verhält, sondern es ist ein Verhalten, welches wir ihm beigebracht haben.

Also sind wir Schuld !! (Denken Sie darüber nach !!)

Auch das an der Leine ziehen, bringen wir unseren Hunden (ja, das fängt auch schon bei den Welpen an) perfekt bei.

Das wollten Sie ihrem Hund aber gar nicht beibringen – auf gar keinen Fall ?
Dann brauchen Sie auch nicht weiterzulesen.

Tun Sie es lieber doch.

Aus Erfahrung können wir Ihnen nämlich sagen, dass – obwohl Sie es Ihrem Hund auf gar keinen Fall beibringen wollten ( das Leineziehen ) – es so gut wie jeder unbewusst tut.

Also, der Welpe ist das erste Mal an der Leine. Zuerst gehen Sie mit ihm vor die Tür, damit er sein Geschäft erledigen kann. Man lässt ihn also hier und dort schnüffeln, damit er sich lösen kann. Zieht er zu seiner Lieblingsstelle, geht man hinterher (es ist kalt und regnet auch noch, da möchte man lieber schnell wieder ins Haus).
Ihr Welpe wird also von Anfang an für sein Ziehen von Ihnen positiv verstärkt.

Hat der Welpe sein Geschäft erledigt, will er so schnell wie möglich ins Haus zurück
was tut er – richtig er zieht Sie zur Haustür. Sie gehen wieder hinterher (es regnet und kalt ist es auch, da möchte man lieber schnell wieder ins Haus).

Später, wenn der Welpe etwas älter ist, nimmt man ihn auf Spaziergänge mit. Sie gehen in eine bestimmte Richtung – ihr Hund zieht, weil er ein viel schnelleres Tempo hat als Sie – Sie gehen wieder hinterher und verstärken also wieder das Verhalten des Hundes.

Der Kleine wird langsam größer und entwickelt sich zu einem großen, kräftigen Hund.
Falls Sie bis jetzt noch kein Schulterproblem bekommen haben, bekommen Sie es spätestens in den nächsten Jahren.
Sie haben ihren kleinen süßen Welpen zu einem perfekt an der Leine ziehenden großen, kräftigen Hund ausgebildet.

Spätestens jetzt kommt hoffentlich der Punkt an dem Sie sich sagen:
„ So kann das doch nicht weitergehen.“

Wenn Sie so im „negativen“ ganz perfekt die Lerntheorien anwenden, warum versuchen Sie dies nicht „positiv“ für sich und Ihren Hund zu nutzen.

Kein Hund ist zu alt zum Lernen. Besonders wichtig zum Lernen ist jedoch die Welpenzeit und die Jugendzeit.
Gehen Sie nicht erst mit Ihrem Welpen zur Hundeschule, wenn er ein halbes Jahr oder gar noch älter ist. Verschwenden Sie nicht die kostbarste Zeit im Leben Ihres Hundes.

Lernen findet immer statt…
24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, und 356 Tag im Jahr ….....
Das ganze Hundeleben lang, auch wenn der Hund alt geworden ist.